»Pollhans« – wenn Schloß Holte zum #Volksfest wird
#Gütersloh, 15. September 2026
»Pollhans« gehört zu Schloß Holte wie das #Riesenrad zur #Kirmes. Das traditionsreiche #Volksfest blickt auf mehr als 350 Jahre Geschichte zurück und lockt heute an einem einzigen Wochenende bis zu 300.000 Menschen nach Schloß Holte Stukenbrock. Damit zählt der »#Pollhansmarkt« zu den größten Volksfesten in Ostwestfalen Lippe.
Seine Geschichte beginnt lange vor #Autoscooter, #Kettenkarussell und #Festzelt. Als Ursprung des »Pollhansmarktes« gilt das Jahr 1654. Damals wurde in Schloß Holte eine kleine Kapelle zu Ehren der Heiligen Ursula eingeweiht. Mit der #Kirchweih entwickelte sich ein Fest, zu dem Händler, Besucher und später auch Gaukler kamen. Der zunächst als »Holter Markt« bekannte Markt fand in unmittelbarer Nähe des Holter Schlosses statt.
Seinen ungewöhnlichen Namen erhielt »Pollhans« erst durch einen Ortswechsel. Im 18. Jahrhundert verlagerte sich der Markt zum »Hof Pollhans«. Historische Quellen belegen die Hofstelle bereits für das frühe 17. Jahrhundert; auch eine #Schankerlaubnis ist für das Jahr 1698 nachgewiesen. Der Hof lag an einer alten Handelsroute zwischen #Paderborn und #Bielefeld und wurde für fast 2 Jahrhunderte zum Standort des Marktes. Aus dem Holter Markt wurde im Sprachgebrauch schließlich der »Pollhansmarkt«.
Vom Kirchweihfest zur #Großkirmes
Mit dem Bau beziehungsweise der Entwicklung der #Eisenbahn änderte sich der Standort erneut. Anfang des 20. Jahrhunderts zog »Pollhans« auf das Gelände in Bahnhofsnähe, auf dem das Volksfest im Wesentlichen bis heute stattfindet. Historische Quellen unterscheiden sich bei der exakten Datierung des Umzugs: #Wikipedia nennt 1901, der »Förderverein Industriemuseum Schloß Holte Stukenbrock« beschreibt 1912 als Verlegung auf den Acker der Familie #Dresselhaus.
Geblieben ist der Termin im Herbst. Traditionell wird »Pollhans« am 3. Oktoberwochenende von Samstag bis Montag gefeiert. Für viele Menschen in Schloß Holte Stukenbrock ist dabei insbesondere der Montag weit mehr als ein gewöhnlicher #Kirmestag: Geschäfte, Firmen und Behörden bleiben teilweise geschlossen, die Stadt begeht ihren traditionellen »Pollhans« Rundgang.
Aus dem ursprünglichen #Kirchweihmarkt, #Krammarkt und #Viehmarkt ist längst eine Mischung aus #Großkirmes, #Bauernmarkt, #Wirtschaftsschau und #Händlermarkt geworden. Historische Elemente stehen dabei neben modernen Fahrgeschäften. Zu den Wahrzeichen gehören das Kettenkarussell und das historische »Feldmann Riesenrad«. #Festzelte, #Gastronomie, Live Musik und DJs ergänzen das Programm.
Bis zu 300.000 Besucher
Die Dimensionen sind für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert. Schätzungen zufolge kommen zu »Pollhans« bis zu 300.000 Besucher aus der gesamten Region. Zum 350. »Pollhansmarkt« im Jahr 2004 wurden beispielsweise rund 250.000 Besucher gezählt. Das Jubiläum wurde damals ausnahmsweise auf vier Tage verlängert.
Gerade dieses Verhältnis macht »Pollhans« außergewöhnlich: Für 3 Tage wird Schloß Holte zum Ziel eines Publikums, das weit über das eigentliche Stadtgebiet hinausreicht. »Pollhans« ist deshalb weniger eine gewöhnliche lokale Kirmes als ein regionales Großereignis.
Dabei hat sich das Fest über die Jahrhunderte erheblich verändert. Der #Viehmarkt, der noch bis in die 1990er Jahre stattfand und unmittelbar an die historischen Wurzeln erinnerte, verschwand schließlich und wurde durch den heutigen #Bauernmarkt ersetzt. Andere Traditionen blieben erhalten oder entstanden neu – darunter »Pollhans« Pins mit jährlich wechselnden Motiven.
Auch der Ursprung als kirchliches Fest ist nicht vollständig verschwunden. Seit 2006 beginnt der »Pollhans« Samstag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Sankt Ursula Kirche. Anschließend geht es zum »#Pollhansplatz«, wo die offizielle Eröffnung mit dem traditionellen #Fassbieranstich erfolgt. Am Montagabend endet »Pollhans« schließlich mit einem #Höhenfeuerwerk.
Ein Stück Identität in #Ostwestfalen
Dass sich ein Volksfest über mehr als dreieinhalb Jahrhunderte halten konnte, ist vielleicht die eigentliche Besonderheit von »Pollhans«. Aus einem Kirchweihfest des 17. Jahrhunderts wurde zunächst ein Krammarkt und Viehmarkt, später ein Jahrmarkt und schließlich eines der größten Volksfeste der Region.
Fahrgeschäfte und Schausteller wechseln, Traditionen verändern sich und selbst der Markt ist in seiner Geschichte mehrfach umgezogen. Der Name aber ist geblieben.
Und für viele Menschen in Schloß Holte Stukenbrock gibt es dafür ohnehin die wesentlich kürzere Bezeichnung: »Polle«.
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