#Brands #Kultur #Check: »Die Leiter am Fuße des Lächelns« von Raoul Schoregge, Manager und Produzent des Chinesischen Nationalcircus’
#Lippstadt, 31. Juli 2026
Unter den vielen Büchern, die ich bereits gelesen habe, haben mich Biografien immer ganz besonders interessiert. Nun landete »Die Leiter am Fuße des Lächelns« von Raoul Schoregge auf meinem Tisch. Und es ist etwas ganz Besonderes, hatte ich zuvor noch erstmalig Kontakt zu Raoul Schoregge in seiner Funktion als Regisseur, Produzent und Manager des Chinesischen #Nationalcircus.
Kurz vor seinem 50. Geburtstag gerät Raoul Schoregge in eine kleine Sinnkrise, die sich um die Frage dreht, ob es das schon im Leben gewesen sein kann. Seine jüngste Tochter bezeichnet dies treffenderweise als »Mitleidskrise«.
Aber wie so oft im Leben entstehen gerade aus solchen Phasen großartige Ideen im Sinne eines Befreiungsschlages. So auch in diesem Fall. Raoul Schoregge sucht eine Challenge und stellt sich der Herausforderung, innerhalb von 100 Tagen ein Soloprogramm auf die Beine zu stellen.
Und von diesen 100 Tagen handelt diese #Biografie, die auf dem Weg zum Soloprogramm gespickt ist mit vielen Rückblicken, Begegnungen, Erlebnissen, Bestandsaufnahmen und Lebensfaziten.
Und diese Phase der Reise zum Ich ist ein wilder, bunter und sehr interessanter Ritt, bei dem uns Raoul Schoregge viele persönliche Einblicke gewährt.
Und diese Einblicke beziehen sich nicht nur auf das Ying und Yang des Protagonisten, auf der einen Seite der Clown und auf der anderen Seite der Produzent und Manager. Hier gewährt uns Schoregge Einblicke mit dem Blick auf ihn als Mann, Freund, Sohn, Bruder, Chef, Kollege oder sogar Liebender, Geliebter, Siegender und Besiegter, so wie er selbst sagt.
Das Buch trägt den Untertitel »Der biografische Ratgeber eines clownesken Managers«. Aber genau die Rolle des Ratgebers nimmt Schoregge in seiner Biografie nicht ein. Er zeigt den Lesern, dass es für viele Prüfungen und Gegebenheiten im Leben nie den einen richtigen Weg gibt, sondern es stellt sich einem immer die Aufgabe, aus den Gegebenheiten das Bestmögliche rauszuholen.
Auch im Hinblick auf seine Tätigkeit in Ländern wie #China, #Russland oder #Nordkorea findet #Schoregge die richtigen Worte, um die Menschen dieser Länder und die Zusammenarbeit mit Ihnen klar zu unterscheiden von den politischen Situationen vor Ort.
Und so reihen sich Anekdoten von Fettnäpfchen und beeindruckende Menschen, Begegnungen mit Künstlern wie Oleg Popow oder André Heller und Politikern aneinander, so dass sich ein unterhaltsamer Rückblick auf das vielfältige Schaffen des clownesken Managers ergibt.
Es ist ein schmaler Grat, sozusagen ein Drahtseilakt, um in der Sprache des Zirkus zu bleiben, immer die richtige Ausgewogenheit zwischen #Clown und #Manager zu finden. Aber man hat in den Erzählungen von Raoul Schoregge immer auch das Gefühl, dass beide Seiten seiner Tätigkeit auch voneinander profitieren.
Um als Clown überzeugen zu können, reicht es eben nicht, auf Kommando lustig zu sein, man muss der Clown sein. Und ebenso reicht es eben auch nicht, als Manager die Grundlagen des Geschäfts zu beherrschen, wenn man sie nicht in der Praxis anwenden kann. Und dieser Spagat zwischen Ying und Yang gelingt ihm hervorragend.
Diese Biografie ist angereichert mit zahlreichen Lebensweisheiten, die Schoregge auf die gerade erzählte Situation passend zitiert. Es sind aber gar nicht mal die Zitate von Konfuzius oder ähnlichen bekannten philosophischen Größen. Das Zitat, das mir nach 300 Seiten am ehesten in Erinnerung blieb, war das seines Vaters, dass Kunst nicht von Können kommt, sondern von Müssen. Und diese Kernaussage zieht sich praktisch durch diese Biografie wie ein Roter Faden. Ohne jedoch, dass man das Müssen als einen unangenehmen Faktor empfinden würde.
Diese Biografie bietet unglaublich viele interessante Sichtweisen auf verschiedene Themen, die auch heute noch aktueller sind, denn je. Denn gerade heute, wo es immer wieder darum geht, ob Menschen durch Religionen fehlgeleitet werden, schafft es Schoregge, sich anderen Religionen zu nähern, ohne jedoch die eigene zu verleugnen. Und seine vielschichtige und offene Herangehensweise wirkt so nachahmenswert.
Die Biografie wird im Stile eines Countdowns 100 Tage lang erzählt und viel wichtiger als die Tatsache, ob es denn am Ende tatsächlich zu einem Soloprogramm kam, ist die Quintessenz, die Schoregge rückblickend aus diesen 100 Tagen zieht. Und wenn man am Ende sein Fazit liest, dann laufen einem so manche Szenen des Buches noch einmal vor dem geistigen Auge ab.
Insgesamt ist diese Biografie ein sehr schönes Werk mit dem Raoul Schoregge Einblicke in sein Wirken als Clown und Manager gewährt und dabei sowohl die Vorteile als auch die Nachteile dieser beiden nebeneinander laufenden Komponenten ausführt.
»Die Leiter am Fuße des Lächelns« von Raoul Schoregge ist im Landwirtschaftsverlag Münster erschienen.
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